• Schuldfrage

    Was in fast allen Ländern der Welt nur Kopfschütteln verursacht, ist in Deutschland gesetzlich geregelte Realität: Der Staat ist an allem schuld.

    Zumindest haben die Bürger das vor Gerichten erstritten. Wer logisch denkt, wird sich darüber scheckig lachen, aber das deutsche Recht ist unbestechlich.

    Ist ein Bürger auf dem Gehsteig gestürzt, weil eine Gehwegplatte ein wenig höher liegt als die anderen, ist die Gemeinde schuld. Gut, er hätte auch die Augen aufmachen können beim Laufen. Wäre dann aber nicht so lustig.

    Kommt ein Autofahrer aus der Kurve ab und gerät ins Feld, ist die Gemeinde schuld. Sie hätte den Unfall vermeiden können, wenn sie Verkehrsschilder und Leitplanken installiert hätte. Dass der Autofahrer hätte langsamer fahren können, darauf kommt er nicht.

    Beschädigt sich ein Autofahrer das Auto durch überhöhte Geschwindigkeit auf unebener Straße, ist die Gemeinde schuld. Weil sie nicht rechtzeitig die Straße eingeebnet hat. Hätte der Autofahrer seine Geschwindigkeit der Straße angepasst, wäre es gar nicht zum Schaden gekommen.

    In Deutschland wird immer die Schuld beim Anderen gesucht, wenn es etwas schief läuft.

    Gut, etwas besser als in den USA ist es dann schon noch. Dort wurde kürzlich ein Wohnmobilhersteller zu Schadenersatz verurteilt, weil er kein Schild an der Windschutzscheibe auf der Fahrerseite angebracht hatte:

    Der Fahrersitz darf während der Fahrt
    nicht fürs Kaffee kochen verlassen werden.

  • Warum so und nicht anders?

    Nach unserer Paraguay-Reise sieht man in Deutschland vieles noch kritischer als vorher.

    Insbesondere die Überperfektionierung fällt ganz besonders auf. Unsere Landstraße, in deren Nähe wir leben, wird gerade mal wieder saniert. Schlecht war sie nicht, aber durch das verabschiedete Konjunkturpaket der Bundesregierung muss eben Geld sinnlos verschleudert werden. Und da möchte sich keine Gemeinde sagen lassen, sie sei sparsam.

    Auf einer Länge von etwa 3 km wird sie neu gemacht. Alter Asphalt runter, neuer drauf. Alle paar hundert Meter eine Baustellenampel, weil der Autofahrer ja viel zu blöd ist, unfallfrei langsam zu fahren. Viele Baustellenabsperrungen und noch mher Verkehrszeichen runden das Bild ab. Zwei Drittel hätte man sich sparen können. Ach nein - eigentlich alles. Denn die Arbeiten wären ja gar nicht nötig...

    In der anderen Richtung wird um einen Ort eine neue Umgehungsstraße gebaut. Dort hat man, weil man eine neue Kreuzung bauen muss, als Provisorium die Fahrbahn auf einer Länge von 300 m versetzt. Ausgeführt in der Qualität, die auch die originale Fahrbahn hat.

    Ich frage mich, ob das wirklich sein muss. In Paraguay wird ein unbefestigtes Provisorium erstellt, das neben der neu zu bauenden Trasse entlang führt. Man spart viel Geld damit. Nun sagt der eine oder andere, dass das wegen der klimatischen Verhältnisse nicht geht.

    Alles Quatsch!

    Viele europäischen Länder wie die skandinavischen, Italien, Frankreich, Spanien und diejenigen im ehemaligen Ostblock haben kein Problem mit Erd- oder Schotterstraßen. Nur die Deutschen müssen eben alles perfekt machen und bis in den hintersten Winkel absolut plan und ohne Bodenwellen asphaltieren.

    Deutschland muss eben sparen. Koste, was es wolle!

    Und wenn man sieht, was in den modernen Autos so alles eingebaut wird, dann wird schnell klar, dass die Straßen perfekt sein müssen. Wie sollen deutsche Autofahrer existieren, die ohne ABS, ASR, Spurassistent, Bremsassistent oder  Einparkhilfe auskommen müssen. Das kann doch nur schief gehen, wenn man auch noch autofahren muss wie zu Vaters Zeiten.

    Und ein Bremsassistent kommt nicht mit Schotter- oder Erdstraßen klar, weil er viel zu spät reagiert. Der Spurassistent kommt nicht mit Asphaltstraßen klar, die gar keine oder fehlerhafte Fahrbahnmarkierungen haben. In den meisten europäischen Ländern zählen Fahrzeugeigenschaften, die nichts mit denen der deutschen Autos zu tun haben. Wie zum Beispiel Robustheit, Langlebigkeit und Reparaturfreundlichkeit.

    Ich stelle mir gerade einen 7er BMW oder eine neue Mercedes S-Klasse in Paraguay vor: Wenn das Werkstattintervall für die Inspektion erreicht ist, schaltet das Auto ab und lässt sich nicht mehr neu starten. Ganz sicher für den Fahrer ein lustiger Augenblick - mitten im Chaco oder 500 km von der nächsten Merces-Werkstatt entfernt. Oder ein liegen gebliebener Audi A2, bei dem nur die Audi-Werkstatt die Motorhaube mittels Spezialschlüssel öffnen kann. Vermutlich auch nicht das Auto für Fahrten übers Land. Und alle haben viel Elektronik drin. Die Elektronik, die in subtropischen oder tropischen Breiten innerhalb kürzester Zeit den Geist aufgibt.

    Viel Geld könnte in Deutschalnd gespart werden, wenn man mal über den Tellerrand schauen würde und sich von "Dritte-Welt-Ländern" inspirieren ließe. Die können manchmal einiges besser als Deutschland.

  • Perfekte Frustübung: Einkaufen gehen

    Wieder zurück in Deutschland, entwickelt sich das Einkaufen gehen zu einer Art Selbstkasteiung. Abgesehen davon, dass die Preise in Deutschland ein Frechheit sind, vergleicht man sie automatisch mit den paraguayischen.

    Zum Beispiel Fleisch und Wurst. Rechnet man Champignon-Lyoner aufs Kilo hoch, kostet sie in Deutschalnd rund 26 EUR. Rinderfilet liegt bei 38 EUR und popeliger Hackepeter bei knapp 10 EUR.  Für je ein Kilo des vorgenannten bekomme ich in Paraguay so viel, dass ich damit mindestens ein halbes Jahr auskomme.

    Heute haben wir wieder unseren Wochenendeinkauf gemacht. Nichts besonderes. Nur so viel, dass wir übers Wochenende kommen. 79 Euros. Gut, der Boden des Einkaufswagens war schon bedeckt. Gerade so. Mit dieser Summe würde ich in Paraguay fast einen Monat leben können, wenn man sich - wie in Deutschland - nichts Besonderes leistet.

    Auch der Einkauf beim Bäcker verleitet dazu, die Luft anzuhalten: Ein Mischbrot und vier Brötchen kosten 3,75 EUR. Dafür hätte ich in Paraguay Fleisch und Wurst für eine ganze Woche bekommen.

    Das genaue Beobachten hat aber auch sein Gutes. Zum Beispiel, dass man gerade wieder mal von der Coca-Cola Company besonders dreist übers Ohr gehauen wird. Leicht erhöhte Preise gehen mit einer Reduzierung der Flaschengröße einher.

    Vor unserem Urlaub gab es 1,5-Liter-Flaschen. Die hatten beim Netto immer 69 Cent gekostet. Jetzt kosten sie 95 Cent. Allerdings haben alle Flaschen nur noch 1,25 Liter. Ein Schelm, der Böses dabei denkt.

    Und das bisschen Preiserhöhung kann man doch verschmerzen...

    Ich habs mal nachgerechnet: 39% Preiserhöhung regulär plus 20% Preiserhöhung durch die kleineren Flaschen. Macht lächerliche 59% Preissteigerung. Für mich ist sicher, dass die Coca-Cola Company nichts mehr an mir verdient. Es gibt genug andere Hersteller von Limonaden. Die spinnen doch!

    Es wird Zeit, dass wir nach Paraguay kommen. Die Preise in Deutschland sind kaum noch zu ertragen.

  • 3 Monate noch ...

    Es sind noch drei Monate, die wir zur Auflösung unseres Haushalts haben. Irgendwie gestaltet sich dieses Vorhaben ziemlich zäh.
    Nachdem wir schon ziemlich viel gepackt haben, stellt sich noch immer die Frage, ob wir mit einem 20-Fuss-Container auskommen.

    Auf bestimmte Dinge wollen wir in Paragauy nicht verzichten. Andere Dinge brauchen wir, um in unserer neuen Heimat leichter Fuss fassen zu können. Wäre ja schwachsinnig, alles wegzuwerfen, um es in Paraguay dann neu zu kaufen. Wir werden noch genug neu kaufen müssen. Denn Möbel bleiben weitgehend in Deutschalnd und werden verkauft bzw. in den Sperrmüll gegeben. Schade drum, aber wir haben es uns ja so ausgesucht...

    Die kommenden drei Monate werden vermutlich viel zu schnell vergehen, weil man noch genug zu regeln hat. Zumindest eines ist aber klar: Der 1. Februar 2010 ist mein Abflugtag. Das Flugticket ist gebucht und es gibt keinen Rückflug.

    Wenn ich das Wetter so sehe, wünschte ich mir den Tag schnellstens herbei

  • Wenn was schief geht...

    Murphys gesetzt sagt:
    Wenn etwas schief gehen kann, geht es auch schief.

    So geschehen mit unseren Einwanderungspaieren.
    Zuerst einmal brauchte die paraguayische Botschaft satte 7 Wochen, um uns die Unterlagen zurück zu schicken. Die letzte Wioche vor der Ankunft unserer Unterlagen bestand aus täglichen Telefonaten mit der Botschaft. Eine Woche vor unserer Reise hielten wir dann alle Unterlagen von der Botschaft beglaubigt in unseren Händen.

    Wir reisten nach Paraguay und gaben alle Unterlagen - nochmals auf Vollständigkeit geprüft - beim Übersetzer ab. Als wir sie übersetzt wieder bekamen, fehlte meine Geburtsurkunde. Der Übersetzer behauptete, dass er sie nicht erhalten habe.

    Freunde in Deutschland fuhren zu uns nach Hause und holten eine neue Geburtsurkunde (glücklicherweise hatte ich zwei bei Standesamt angefordert) und sandten sie per DHL Express zu uns nach Paraguay.

    Nun musste die Urkunde noch bei der Deutschen Botschaft in Asuncion beglaubigt werden. Wenn man dann nur wüsste, wann die geöffnet hat. Jeden Tag zwei Stunden und jeden Tag zu anderen Zeiten. Zum irre werden. Wir waren morgens da und mussten den Tag in Asuncion totschlagen, weil an diesem Tage nur nachmittags geöffnet war.

    Dann aber hielten wir die Beglaubigung in Händen. Ab damit zum Übersetzer, der die Übersetzung sofort erledigte. Da es für die Einwanderungsbehörde schon zu spät war (die hat nur bis zum Mittag offen), fuhern wir wieder zu unserer Unterkunft zurück (85 km), um am nächsten Tag bei der Einwanderungsbehörde endlich unsere Papiere zu beantragen.

    Dann der Schreck: Die Text der Übersetzung war nicht rechtsgültig abgefasst. Aber nach einigen Diskussionen wurde der Text dann doch akzeptiert.

    Das sind Dinge, die in Paraguay an den Nerven zehren. Insbesondere, wenn man noch mit europäischen Maßstäben misst.

  • Selbstzweifel ? Nein, Danke!

    Nachdem wir unsere Reise nach Paraguay hinter uns haben, sind die Selbstzweifel vorbei. Für uns ist es die richtige Entscheidung, nach Paraguay auszuwandern.

    Ich bin mir sicher, dass wir dort noch öfters mir Problemchen zu kämpfen haben werden. Aber die sind nichts gegen das, was sich jetzt in Deutschland zusammen braut. Eine neue Gesundheitsreform wird auf den Weg gebracht. Sozusagen die Reform der reformierten Reformen. Heißt, dass jeder seinen Grundbeitrag (voraussichtlich auf dem heutigen Kostenniveau) leiten muss und jeden Schnulli eine Zusatzversicherung braucht. Eigentlich ein geeigneter Zeitpunkt, alle Krankenkassen abzuschaffen. Es wird damit nur noch eine gebraucht. Die Menschewn werden damit noch wesentlich graviereneder zur Kasse gebeten als es heute der Fall ist.

    Ärzte werden weiterhin nicht wissen, wovon sie ihre Praxis aufrecht erhalten sollen und Heilpraktiker werden durch ein Quasi-Berufsverbot unter tatkräftiger Mitwirkung der Ärztekammern vom Gesundheitsmarkt verbannt. Hier geht es längst nicht mehr darum, den Kranken zu helfen. Einzig die Höhe der Einkünfte von Fiunktionären ist Maßstab für die Reformen des Gesundheitswesens.

    Bin ich in Paraguay, weiß ich, dass ich mich entsprechend meiner Vorstellungen selbst krankenversichern muss - oder auch nicht. In diesem Maße bin ich auch selbst schuld, wenn es mir dann besch.... geht.

    In Deutschland geht es nicht mehr um Individualität, sondern um Gleichmacherei. Wenn man erst mal über den deutschan Tellerrand geblickt hat, fällt es um so mehr auf.

    Insofern frage ich mich, wann die bundesregierung aufwacht und dort den Rotstift ansetzt, wo es niemandem wirklich weh tut. Nur das System ein wenig ändern - und schon könnten viele Milliarden eingespart werden. Aber wer will das schon ???

  • Paraguay in der Entwicklung

    Vom 22.09. bis 23.10. waren wir in Paraguay.

    Sozusagen als "Arbeitsurlaub". Einerseits haben wir die Reise genossen, andererseits war es ein wenig stressig. Denn nichts funktioniert in Paraguay wie vorher geplant.

    Um eines vorweg zu nehmen: Wir empfinden dieses Land als Paradies mit kleinen Macken. Natürlich werden es andere Menschen auch anders beschreiben - je nach Sichtweise. Dieses Land befindet sich auf einer wirtschaftlichen Entwicklungsstufe wie Deutschland Ende der 50er Jahre des vorigen Jahrhunderts. Mit allen Annehmlichkeiten des heutigen Lebens - wenn man sich es leisten kann.

    Wie wir feststellen konnten, entwickelt sich zur Zeit eine breitere Mittelschicht, für die die Annehmlichkeiten des Lebens bezahlbar sind. Etliches andere liegt noch im Argen, befindet sich aber in der Entwicklung. So gibt es nur in einigen Städten eine Müllabfuhr. Auf dem Land sind die Menschen darauf angewiesen, ihren Müll zu verbrennen oder zu vergraben. Ein Umweltbewusstsein ist bisher kaum entwickelt. Gut, das war es vor fünfzig Jahren in Deutschland auch nicht.

    Armut - so wie sie in der Dritten Welt zu finden ist - gibt es in Paraguay nur sehr selten. Die Menschen sind mit dem zufrieden, was sie haben. Als arm empfinden sich nur sehr wenige. Verhungern muss in diesem Land niemand. Selbst diejenigen, die nirgendwo angestellt sind, beschäftigen sich mit irgendwelchen Dingen, um ihren Lebensunterhalt zu verdienen.

    Das Leben in Paraguay ist wesentlich einfacher als in Deutschland. Wenn man mal von der Ochsentour für den Erhalt der Cedula  absieht. Bei vielen Dingen, die man beobachtet, fragt man sich, warum das nicht auch in Deutschland getan wird. Das gilt für alle Bereiche des Lebens. In Paraguay ist nur wenig reglementiert. Und es funktioniert sehr gut ohne die in Deutschland übliche Regulierungswut.

    Sicher, es ist nicht alles perfekt. Wer das braucht, sollte in Deutschland bleiben. In Paraguay muss man sich um seine Existenz selbst kümmern. Den Staat interessiert das nicht und er greift nicht ein.

    Nach meiner Einschätzung finden Armut, Krankheit und soziale Probleme genauso statt wie in Deutschalnd. Der Unterschied ist nur, dass die Probleme in Deutschland weitgehend versteckt werden, während sie in Paraguay öffentlich von jedermann bemerkt werden (können). Im Gegenteil, nach meinem Empfinden ist das soziale Elend in Deutschalnd teilweise größer als in Paraguay.Nur eben gut versteckt. Wie kann es sein, dass in Deutschland 3 Millionen Kindern auf warme Mahlzeiten in den Suppenküchen und Tafeln angewiesen sind? Weil der Hilfesatz in Deutschland für alleinerziehende Mütter so niedrig ist, dass es für ausreichende Lebensmittel einfach nicht reicht.

    Warum muss es in Deutschland überall asphaltierte Straßen geben? Wir sind in Paraguay Erdstraßen gefahren, auf denen man problemlos 70 kmh fahren kann. Überall in Europa gibt es gut ausgebaute Schotter- oder Erdstraßen. Nur  Deutschland leistet sich den Asphalt-Wahnsinn...

    Nein, Paraguay ist nicht perfekt. Aber es ist in einer guten entwicklung auf dem richtigen Weg. Uns hat dieses Land sehr gefallen. Ab Anfang Febraur werden wir fest dort leben.

    Ein Haus haben wir gemietet ...

    Unser Haus

    ... und ein Auto gekauft.
    Unser neues Auto

    Das ist ein guter Anfang.

  • Internet wie im frühen 16. Jahrhundert

    Erstaunlich, was das Internet alles zu bieten hat. Auf einem Streifzug fand ich eine Seite, die angeblich Abzocker in Paraguay anprangern. Eigentlich interessant, wenn die Betrüger und Abzocker beim Namen genannt werden. Dachte ich.

    Dann habe ich mich in dieses Forum reingelesen und festgestellt, dass es sich um reine Hexenjagden handelt, die mit Realität und Wahrheit nichts am Hut haben. Es geht nur um das Beleidigen, Verunglimpfen und die Vortäuschung angeblicher Straftaten. Insbesondere im Beleidigen ist man dort sehr geübt. Na gut, wenn man keine Argumente hat, muss man sich eben was anderes einfallen lassen. Neid und Missgunst gegenüber den Erfolgreichen ist in jedem Beitrag unterschwellig und auch offen zu finden.

    So ist ein bestimmter Rancher daran schuld, dass sich die Schmettlingsmücke - und damit die nicht von Mensch zu Mensch übertragbare Krankheit Leishmaniose (die vorwiegend Hunde befällt) - innerhalb von Jahrzehnten von Bolivien und Brasilien bis nach Paraguay ausgebreitet hat. Es wurde behgauptet, dass auf dieser speziellen Ranch ein Quarantänegebiet eingerichtet wurde, was von vorherein absurd ist, weil es die Mücke eben überall gibt.

    Opfer von Betrügereien werden verhöhnt, wie blöd sie doch seinen, sich übers Ohr hauen zu lassen.

    Etliche andere Personen bekommen auf diese verleumderische Art ebenfalls ihr Fett weg. Den Schreiberlingen dort ist es offenbar egal, ob man jemanden kennt oder dazu was sagen kann. Weiß man nichts, wird schnell was erfunden, das schlagzeilenträchtig ist.

    Man verdreht die Fakten, lässt einiges weg und erfindet anderes neu. Daraus werden dann die "wichtigen" Beiträge gezaubert. Dieses Forum kann man höchstens als Lachnummer durchgehen lassen, wenn es gerade keine Comic-Sendung im Fernsehen gibt.

    Es sind moderne Hexenjagden im Stil der Inquisition des frühen 16. Jahrhunderts, vollkommen sinnfrei, frei erfunden und menschenverachtend. Ich lese dort nicht mehr, weil der Informationsgehalt dieser Seite Null ist und lediglich als Unterhaltung im Stil amerikanischer Serien wie "Eine schrecklich nette Familie" taugt.

    Auf ernsthafte Hinweise hinsichtlich Abzockern und Betrügern in Paragfuay bin ich im Internet allerdings nicht gestoßen. Schade eigentlich!

  • Erste Hilfe aus zweiter Hand e.V.

    Ich bin bei meinen Paraguay-Recherchen vor einiger Zeit auf einen gemeinnützigen Verein gestoßen, der es verdient hat, überall in das Licht der Öffentlichkeit gerückt zu werden.

    Der Verein heißt Erste Hilfe aus Zweiter Hand e.V. und beschäftigt sich mit der Oganisation von Hilfsgütern in Deutschland und anschließender Verteilung in Paraguay.

    Es wird in Deutschland vieles weggworfen, das eigentlich noch brachbar ist. Gerade im kommerziellen Bereich landet vieles in Kellern, Abstellräumen oder auf dem Müll, weil irgendwelche Zulassungen wie TÜV oder ähnlichem abgelaufen sind. Insbesondere im medizinischen Bereich ist es üblich, dass per Verordnung vieles entsorgt werden muss, was sich in eineandfreiem Zustand befindet.

    Der Verein hat es sich zum Ziel gemacht, diese Nicht mehr in Deutschland benötigten Gegenstände zu sammeln und nach Paraguay zu schaffen, wo die Krankenhäuser froh wären, wenn sie diese Gegenstände überhaupt hätten.

    Auf diese Weise wurden im vergangenen Jahr sechs 40-Fuss-Container mit Hilfsgüter nach Paraguay verschifft. Der Inhalt waren medizinische Geräte, Krankenhausbetten, Feuerwehrausstattung, Schulmöbel und vieles mehr.

    Ich finde, dieses Engagement ist es wert, besonders erwähnt zu werden. Vielleicht kann der eine oder andere Leser seinen Teil dazu beitragen, indem er selbst was abzugeben hat oder Institutionen, Krankenhäuser oder Schulen kennt, die vieles an Brauchbarem im Keller lagern, weil selbst die Entsorgung in Deutschland viel Geld kosten würde.

    Für den kommenden Winter werden übrigens wieder jede Menge Kunststoffplanen benötigt, damit die Bretterhütten der armen Bevölkerung halbwegs vor Wind geschützt werden können.

    Mehr zum Verein gibt es hier: http://www.erstehilfe-paraguay.de

    Aber auch in Paraguay werden freiwillige Hefer gebraucht, die bei der Verteilung der Hilfsgüter mithelfen.

  • Bananenkisten als Umzugskartons

    Wie ich schon mal früher geschrieben hatte, verwenden wir vorwiegend Bananenkisten als Umzugskartons. Die haben den Vorteil, dass die Maße der Kartons für den Containertransport optimiert sind und bis zu 10 Kartons über einander gestapelt werden können, was mit normalen Umzugskartons praktisch unmöglich ist.

    Bisher war ein recht zuverlässiger Lieferant für ausgediente Bananenkisten die Firma ALDI. Seit einer Woche ist damit Schluss. ALDI vernichtet die Kartons lieber. Denn dafür bekommen sie Geld vom Recycling-Unternehmen (4 Cent pro Kilo), das daraus dann wieder Kartons macht. Ich habe ALDI sogar angeboten, Geld für die Kartons zu bezahlen. Es führt kein Weg rein, die Kartons werden vernichtet. Die Abgabe durch die Filialen wurden den Filialleitern rigeros untersagt.

    Gleichzeitig gibt ALDI aber zu, dass es in der Vergangenheit viel mehr Anfragen nach Bananenkisten gab als Bananenkisten.

    Nun frage ich mich, was der Unfug eigentlich soll? Die vorhandenen Kartons will man nicht einmal gegen Geld abgeben, vernichtet die Kartons und transportiert sie zum Recyclingunternehmen, um wenig Geld (ca. 10 Cent pro Karton) dafür zu bekommen und dann werden neue Kartons unter Aufwendung von Energie und Chemikalien daraus gemacht. Nicht zu vegessen die zuvor angefallenen Transportkosten und die Umweltverschmutzung, die der Transport der alten Kartons zum Recycler verursacht.

    Wer mir diesen Schwachsinn pausibel erklären kann, hat sich ein "Bienchen" verdient. Ich verstehe es nicht. Weder aus Gründen des Umweltschutzes noch aus betriebswirtschaftlichen Erwägungen heraus kann dieses Vorgehen von ALDI irgendwelchen Sinn haben!

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